Kurzbeschreibung
München im September. Die Vorbereitungen für das Oktoberfest laufen auf Hochtouren. Während Ulla Hönig noch mit ihrem Freund Enno ihren Urlaub in Italien genießt, bekommt ihre Freundin Julia neben ihrem 19 jährigen Neffen Ludwig, der aus Berlin anreist, auch Besuch von einem alten Bekannten:
Commissario di Flavio wird von Mallorca nach München beordert, um als Experte in Mafiaangelegenheiten in einem Fall zu recherchieren, hinter dem die Münchner Polizei mafiöse Verbindungen vermutet:
Bei einem Medienspektakel um die Wahl eines neuen Wiesn-Wirts konkurrieren die attraktive Italienerin Claudia Fioretti und Wurstfabrikant Ochshammer um die begehrte Trophäe. Schon bald ist von Manipulation und unlauteren Mitteln die Rede – ein Mord geschieht. Da Ludwig unversehens in die Sache verwickelt zu sein scheint, findet sich Julia wieder einmal in einem spannenden Fall wieder, dessen Intrigen- und Ränkespiele wahrlich fernsehreif sind ...
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Der Geruch von gebrannten Mandeln zieht Ludwig in die Nase, doch er entscheidet sich für die Zuckerwatte. Zufrieden mit dem weißen Berg in der Hand bleibt er neugierig vor einer Schaubude stehen. Über die offene Bühne hüpft ein Mann in kurzer Lederhose, über der er eine königsblaue Fantasie-Uniformjacke trägt. Lautstark lockt er die Leute zur nächsten Vorstellung an. "Heute Hinrichtung, auf geht's beim Schichtl. Hier sind Sie hautnah dabei", verspricht er. Stumm, weiß geschminkt, im Frack, einen Zylinder auf dem Kopf, steht der Scharfrichter hinten auf der Bühne. Ludwig beobachtet ihn fasziniert. Die Hinrichtung muß er sehen. Er klaubt Geld aus der Tasche und reicht es der Frau an der Eintrittskasse und nimmt im Theaterzelt auf einer der einfachen Holzbänke Platz. Draußen versucht der Mann, noch mehr Zuschauer anzulocken und langsam füllen sich die Reihen.
Endlich beginnt das Spektakel. Eine tanzende Schlangenfrau müht sich, das Interesse zu wecken. Danach die dickste Frau der Welt. Auch sie enttäuschend. Sie wackelt nur mit einem ausladenden Gestell, das über ihr Heidikleid gespannt ist. Dann ist es endlich soweit: Die Hinrichtung wird vorbereitet. Seine Spannung steigt. Endlich wird die auf der Bühne thronende Guillotine in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt. "Ein Originalstück aus Frankreich, schon bei der Revolution im Einsatz", behauptet der Mann. "Auch in Frankreich regierte ein Ludwig. Der Sonnenkönig, ein absoluter Herrscher, 1789 kam es zur Revolution, der Adel wurde reihenweise geköpft, mit dieser Guillotine ..." Der Scharfrichter lässt sie probeweise runtersausen. Der Kürbis, den er für die Demonstration darunter hält, spritzt mit einem Platsch auseinander. Jeder kann sehen, dass das Fallbeil echt und kein Betrug ist und tatsächlich scharf wie eine Machete. Ludwig rutscht nervös auf seiner Bank hin und her.
"Junger Mann. Sind Sie mutig genug? Ja? Sie stellen sich als Proband zur Verfügung. Wunderbar." Meint er mich? Ludwig blickt sich vorsichtig um. Ein Bursche weiter hinten fühlt angesprochen und stürmt vor. Zwar ist er sicher, der Scharfrichter hat ihn aufgefordert, und die Frau in dem Kostüm hat ihm gewunken auf die Bühne zu kommen, aber egal. Er will seinen Kopf lieber behalten. Der andere steigt die zwei Stufen hinauf. Ein Trommelwirbel. Der Delinquent legt seinen Kopf unter das Beil. Die Frau redet, der Henker schaut grimmig. Über den Kopf des Verurteilten wird ein schwarzes Tuch gebreitet. Wieder ein Trommelwirbel. Der Henker bezieht seine Position, zögert, betätigt den Hebel und ... Das Beil saust mit einem kurzen Sirren herab. Blut spritzt und ein dumpfes Geräusch verkündet, dass der Kopf gefallen ist. Die Zuschauer stöhnen auf. In der nächsten Minute hält der Scharfrichter den Kopf mit dem schwarzen Tuch hoch und die Frau redet wieder. Der Trommelwirbel setzt erneut ein. Dann, recht unvermittelt ist alles zu Ende.
Ludwig ist etwas enttäuscht, aber auch erleichtert, denn der Delinquent steht wieder da, mit Kopf und ohne Blut und lacht, und die Frau und der Scharfrichter schütteln ihm die Hand, und der Bursche steigt unbeschadet von der Bühne. Seine Begleiter eilen auf ihn zu und schütteln ihm ebenfalls die Hand und dann streben alle dem Ausgang zu. Die Vorstellung ist aus. Draußen lockt der Mann mit den kurzen Lederhosen schon wieder Leute für die nächste Vorstellung an. Gern würde Ludwig genau wissen, wie die Täuschung funktioniert. Denn natürlich ist alles nur ein Trick, aber ein megageiler. Er würde noch viel mehr Blut spritzen lassen. Der rote Saft müsste triefen und fließen. Bei dem Stichwort Blut fällt ihm der tote Luigi wieder ein. War da eigentlich Blut gewesen? Er ist unsicher. Seine Hand befühlt Luigis Handy in der Hosentasche.
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