Kurzbeschreibung
Nach den turbulenten Ereignissen in Kalabrien will Ulla Hönig vor allem eines, als sie auf die Sonneninsel Mallorca fährt: Ruhe und Erholung genießen und als frischgebackene Autorin ihr Buch über Heilkräuter vorstellen. Mit diesem ist sie zum diesjährigen Internationalen Schamanenkongress in Pegeura eingeladen worden. Zufällig nutzt auch ihre beste Freundin Julia diese Tage für einen ausgedehnten Wanderurlaub. Doch ihre Ankunft wird von ei-nem sonderbaren Leichenfund in der Nähe des kleinen benachbarten Badeortes Camp de Mar überschattet. Eine Tote wird in der Mönchsbucht gefunden. Anzeichen, die auf einen Ritualmord hindeuten, führen die ermittelnden Beamten, unter denen sich auch Ullas und Julias italienischer Freund und Helfer Commissario di Flavio befindet, direkt zum Kongress nach Peguera. Inmitten des illustren Kreises um den charismatischen Meister Heytei werden auch Ulla und Julia auf den Fall aufmerksam. Was verbergen die Weißen Frauen ? Was weiß die geheimnisvolle und unnahbare Gwen? Und was hat es mit dem Toten auf dem Segelboot auf sich? Natürlich gehen die Freundinnen den Ereignissen auf den Grund und geraten wieder einmal in tödliche Gefahr.
Alles andere als ein erholsamer Strandurlaub - nach "Tatort Kalabrien" - ermittelt das sympathische Duo Ulla und Julia dieses Mal auf der Ferieninsel Mallorca. Geheimnissen und Gefahren, Mysteriösem und Undurchsichtigembegegnen sie wie immer mit jeder Menge Köpfchen und viel Gefühl.
Barbara Ludwig beweist auch in ihrem zweiten Krimi ein perfektes Händchen für Atmosphäre, Spannung und die richtige Portion Herzklopfen.
Die Journalistin und Lektorin, Dipl.-Germanistin Katja Back urteilt:
"Der Deutschen liebste Urlaubsinsel als authentischer Schauplatz eines dramatischen Krimis, esoterisch, geheimnisvoll, erotisch... Echt spannend.
ISBN 979-3-89841-406-7 Schardt Verlag 12,80 €
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Ein Gong ertönt. Sein dumpfer Ton schwingt für Minuten durch das Haus. Gwen schaut auf die Uhr, die Zeiger weisen auf die Fünf. Leicht irritiert schaut sie sich in dem fremden Zimmer um und tritt an das Fenster. Es dauert einen Moment, ehe es ihr gelingt, den heimatlichen Gongklang mit dem Kongresshotel zu verbinden. Die Beleuchtung des Hotelgartens ist noch eingeschaltet. Einige Pflanzen treten wie Gespenster hervor. Gwen fröstelt. Sie schließt die Balkontür.
In der dunkelen Scheibe spiegelt sich ihr nackter Körper. Gwen zwingt sich, ihr Ebenbild zu betrachten. Nach einer Weile beginnen ihre Hände über die hervorstehenden Hüftknochen zu gleiten, die schlanken Oberschenkel zu streifen, den nach innen gewölbten Leib zu berühren, um fast erschrocken bei den vollen Brüsten die liebevolle Berührungen zu beenden. Sie wendet sich mit einer schroffen Bewegung ab, ohne nochmals einen Blick auf die Spiegelung zu werfen.
Später im Badezimmer vermeidet sie, ihrem Ebenbild in dem großen Spiegel, der über dem Waschbecken angebracht ist, zu begegnen. Sie stellt sich unter die Dusche. Eiskaltes Wasser rinnt von ihren Schultern den Körper hinunter. Obwohl es für Gwen ein Leichtes wäre, warmes Wasser dazu zu mischen, rührt sie keine Hand. Erst als ihre Haut sich ebenso kalt anfühlt wie das Nass, dreht sie das Duschwasser ab und steigt aus der Wanne. Fest in eines der großen Badelaken gewickelt, schlurft sie in das Hotelzimmer zurück. Eine Weile steht sie unschlüssig vor den geöffneten Schiebetüren des Kleiderschrankes. Das Weiß der dort sorgfältig hängenden Hosen und Oberteile verschwimmt vor ihren Augen zu einer milchigen Einheit, bis ihre Hand wahllos vorschnellt, sich eine der Hosen greift und ihre Beine in sie hineinschlüpfen. Als sie in der gleichen Vorgehensweise ein T-Shirt über den Kopf ziehen will, zuckt ihre Hand zurück, als hätte sie sich verbrannt und das Oberkleid rauscht auf den Boden. Gwens Körper versteift sich. Ihre Beine scheinen in den terrakottafarbenen Bodenkacheln zu wurzeln, während ihre Augen unruhig den Raum absuchen. Sie entdecken nichts, trotzdem duckt Gwen sich, als würde jemand dort stehen und sie gleich schlagen. Ihre Hände gehen an die Ohren, decken die Muscheln ab. Zwecklos. Nicht laut, aber bestimmt übwerindet die tiefe Männerstimme die Barrieren, als wären sie nicht vorhanden. Beschwörend raunt sie: "Gwendoline, mein süßer Schatz. Ich liebe dich. Aber bleib so. Hörst du?" Gwen weigert sich zu lauschen, versucht mit den Zeigefingern den Gehörgang stärker zu verstopfen, schüttelt vehement den Kopf, ruft: "Nein, ich will nicht, lass mich in Ruhe."
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